Rodenbach Rodenbach (oder Roudenbach, wie es früher hieß, liegt in einem der sanften Täler unserer Gegend, im Rodenbachtal, ein wenig abseits der großen Verkehrsadern, und ist als kleiner Ort stets eng mit der Geschichte dieser Region wie der des Westerwaldes insgesamt verbunden. Es wird 1382 erstmals erwähnt und bildete schon früh zusammen mit Udert (früher Odert, 1568 nachgewiesen) und Neitzert (Nicerode, 1548 dokumentiert) eine Gemeinde. Wahrscheinlich ist es jedoch viele Jahrhunderte älter, war diese Gegend doch bereits in vorchristlicher Zeit bewohnt. Die nie sehr ertragreiche Landwirtschaft hat seit jeher das Leben und den Alltag der Menschen geprägt. Am politischen Leben der Region haben sich auch Rodenbacher aktiv beteiligt und in einflußreichen Positionen (wie Schultheiße, Bürgermeister, Gerichtsschöffen oder auch als Kreisdelegierte zu nationalen Veranstaltungen) ihren Beitrag zur Heimatgeschichte und dem Funktionieren der politisch-gesellschaftlichen Organisation geleistet. Zum Ausgang des 16. Jahrhunderts gab es in Rodenbach fünf "Untertanen", die fünf Höfe bewirtschafteten. 1812 lebten hier 102 Menschen in 17 Häusern, in Udert waren es 54 in 9 Häusern und Neitzert zählte 53 in 14 Häusern. – Die Schule im Ort (heute geschlossen) war das Wirkungsfeld des bekannten Heimatschriftstellers August Schöneberg (1896 – 1977). Heute zählt der Ort, auch dank verstärkter Zuwanderung, über 700 Einwohner, die, soweit sie berufstätig sind, in ihrer Mehrheit in der näheren und weiteren Umgebung des Ortes dem Broterwerb nachgehen. Landwirtschaft wird nur noch vereinzelt als Nebenerwerb betrieben. Der Ort verändert durch eine rege Neubautätigkeit sein Gesicht und wandelt sich mehr und mehr zu einer Residenzlokalität, ohne deshalb städtisch zu wirken. Die Art der Bebauung hat bisher keinen den uralten Ursprung verleugnenden Einfluß auf seinen naturnahen Charakter gehabt. Und als solcher hat Rodenbach eine ungeschmälerte Attraktivität, wie der anhaltende Zuzug derer beweist, die ihn zu ihrer Wahlheimat machen.